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Boulderschuhe

Boulderschuhe – Alles was Du vor dem Kauf wissen musst

Auf dieser Seite findest Du jede Menge Infos über Boulderschuhe. Welcher Schuh für wen geeignet ist und wie Du am besten ein für Dich passendes Modell findest.
Und hier kommt schon die wichtigste Information:Und die ist?

Die Passform!

Das Wichtigste ist, dass Dein neuer Boulderschuh richtig gut sitzt. Schön eng, aber auch so, dass es keine Druckstellen gibt und Deine Füße nicht in irgendwelche komischen Positionen gepresst werden.

Und um da fündig zu werden, gibt es leider nur ein Rezept: Probieren, probieren, probieren.

Boulderschuhe

Aber nicht verzagen, denn:
Meist muss man einfach ein paar Schuhe besessen haben, bis man herausfindet, was am Besten zu einem selbst passt.

Du möchtest Boulderschuhe kaufen? Dann wirst Du garantiert bei den Bergfreunden (Werbelink) fündig!

Was Du sonst noch wissen musst: Inhaltsverzeichnis

3 Arten von Kletterschuhen
Verwendung für Deine Shuhe
Die Passform Deiner Schuhe
Der Kontaktpunkt zwischen Dir und dem Fels: Die Sohle
Der Downturn
Nutzungstips
Erfahrungsberichte zu verschiedenen Boulderschuhen
Für die Mädels

3 Arten von Kletterschuhen

Boulderschuh La Sportiva Solution
Boulderschuhe lassen sich grundsätzlich nach der Art ihres Verschlusses unterscheiden: Wie bei richtigen Schuhen auch gibt es Schnürschuhe, Velcros (Klettverschluss) und Slipper, also Schuhe ohne einen „echten“ Verschluss und die vierte Variante: Eine Kombination aus Slipper und Velcro.

Die Verschlussvarianten haben natürlich Einfluss auf eine Reihe anderer Faktoren:
Erstens auf den Einstiegskomfort und zweitens auf die Unterstützung, die sie dem Fuß beim Treten kleiner Tritte zukommen lassen:

Einstiegskomfort

In Sachen Einstiegskomfort sind sicherlich Velcroschuhe zuerst zu nennen.

Man kann sie weit öffnen und entsprechen leicht flutscht der Fuß auch hinein.

Je nach Modell sind Schnürschuhe auch noch ganz angenehm, allerdings muss man sie bei jedem an-und ausziehen binden bzw. öffnen und die Schnürung lösen, so dass insgesamt relativ viel Zeit dafür draufgeht.

Zum Bouldern sind Schnürschuhe daher eher die Ausnahme.

Die dritte Variante, der Slipper ist in Sachen Einstiegskomfort meist noch schlechter als der Schnürschuh.

Da sie ja eng sitzen sollen, haben Sie nur eine kleine Einstiegsluke und eine dehnbare Oberseite, so dass das Anziehen teilweise zur Qual werden kann.

Die vierte Variante, also die Kombi aus Velcro und Slipper ist wiederum relativ bequem anzuziehen.

Unterstützung beim Klettern

La Sportiva Solution P3 System
Nun aber zum zweiten Faktor, der Unterstützung des Schuhs beim klettern.
Unterstützung?
Was soll das denn sein?
Stell Dir vor, Du versuchst mit der Spitze Deines großen Zehes auf einer kleinen Kante anzutreten.
Was passiert?
Genau!

Der Fuß kann nicht die so viel Kraft aufbringen und biegt sich durch. Die Spitze des Zehs zeigt nach oben.

Und wenn ein Schuh den Fuß stark unterstützt, wirkt er dem entgegen, indem er dem Fuß Halt gibt.

In Sachen Unterstützung sind sicherlich Schnürschuhe am weitesten vorne anzusiedeln, danach kommt der Velcro dann die Kombi und zu guter letzt der Slipper, der nur ganz wenig Unterstützung bietet.

Slipper sind also eher etwas für diejenigen unter uns, die viel Kraft in den Füßen haben, oder sehr leicht sind.

Verwendung der Schuhe:

Und natürlich kommt es auch auf die Art der Verwendung der Schuhe an. Wer viel bouldert, kann aufgrund der kurzen Belastung etwas engere und sensiblere Bouderschuhe tragen, als beispielsweise jemand, der stundenlang in einer Mehrseillängentour unterwegs ist. Und selbst bei etwas längeren Kletterrouten merkt man nach einiger Zeit, wenn man zu enge oder zu weiche Schuhe anhat – Die Füße fangen an zu schmerzen. Daher hilft es, sich vor dem Kauf Gedanken über den Haupteinsatzzweck zu machen.

Passform:

boulderschuhe
Generell gilt: Boulderschuhe sollten am Anfang sehr eng sein. Früher galt: Wenn es nicht wehtut ist der Schuh zu groß.

Gerade für Anfänger ist das allerdings nicht ganz passend. Hier gilt: Bevor Du Dir ein paar eigene Schuhe kufst, nutze lieber erst einmal Leihschuhe in der KLetter- oder Boulderhalle Deines Vertrauens. So kannst Du unterschiedliche Größe ausprobieren und merken, wo momenten Deine Schmerzgrenze liegt.

Wenn Du mit der Zeit besser wirst, merkst Du schnell, welche Größe Du benötigst und was Dich an den doch eher günstigen Leischuhen stört. So sparst Du Dir das erste paar Schuhe und hast beim zweiten eine bessere Entscheidungsgrundlage.

Generell hängt die Passform eines Schuhs von Deiner Fußform ab. Und da gibt es unendlich viele Variationen: Breite Füße, schmale Füße, Spreizfüße, Senkfüße, kurze Zehen, lange Zehen, ausgeprägte Ferse und so weiter.

Grobe Einteilung der Passform

Grob lassen sich Schuhe nach Ihrer Breite und Ihrer Form einteilen: Es gibt

  • Symmetrische Schuhe
  • Leicht asymetrische Schuhe und
  • Stark asymetrisch geschnittene Kletterschuhe.

Boulderschuhe
Welcher für Deine Füße passt musst Du selbst herausfinden.

Die Idee hinter den asymmetrischen Schuhen:
Mit ihnen versuchen die Hersteller, möglichst viel Druck auf den großen Zeh zu bringen, um perfekt auf kleinen Kanten und Leisten stehen zu können. Und das funktioniert auch: Werden im Anfängerbereich oft Schuhe mit einer runden Spitze genutzt, um die Zehen nicht über Gebühr zu belasten, sieht man im High-End Bereich fast nur asymmetrisch geformte Schuhe. Mit dem Zweck auf möglichst kleinen Tritten gut stehen zu können.

Aber Achtung:

In Sachen Passform gibt es noch etwas zu erwähnen:

Das Obermaterial!

Warum das wichtig ist?
Je nach Obermaterial weiten sich Deine neuen Boulderschuhe etwas mehr oder etwas weniger.
Die meisten schuhe von LaSportiva beispielsweise verwenden Leder als Obermaterial. Das Leder hat die Eigenschaft, dass es sich mit der Zeit und Belastung etwas ausdehnt. So werden die neuen schuhe mit der Zeit etwas weiter und auch bequemer. Bei Schuhe mit hohem Lederanteil kann dieser Prozess 1 bis 1,5 Schuhgrößen betragen.

Leder oder Synthetik?

Solltest Du also Schuhe mit viel Leder kaufen wollen, berücksichtige, dass sie noch größer werden. Das bedeutet, sie müssen zu Beginn mehr als eng sitzen, sonst sind sie später zu groß.
Einen weiteren Vorteil habe Boulderschuhe aus Leder dadurch auch: Das Leder weitet sich genau an den Stellen, an denen eine große Belastung darauf herrscht. Das heißt, die Schuhe passen sich ein Stück weit noch individuell auf Deinen Fuß an.
Ganz im Gegenteil dazu weiten sich einige synthetische Materialien, wie Kunstleder oder anderen Stoffe nicht oder kaum: hier kann man relativ beruhigt genau die richtige Größe kaufen.

Aber Vorsicht: Sollten diese Schuhe irgendwo drücken oder sehr eng sein, kannst Du nicht erwarten, dass sie sich mit der Zeit noch weiten. Da wo es beim anprobieren drückt wird es nach 10 Bouldern noch 10mal mehr drücken und schmerzen.

https://www.youtube.com/watch?v=DU10Sb9jzOU

Kommen wir nun zu einer weiteren Unterscheidungsmöglichkeit von Boulderschuhen.

Die Sohle

Im Prinzip nochmal ein Thema, das eine Wissenschaft für sich ist: Die Sohle des Boulderschuhes. Hier gibt es eine Menge Unterschiede bezüglich der Dicke, der Steifigkeit, des Randes, ob die Sohle den ganzen Schuh oder nur die vordere Hälfte abdeckt oder der Gummimischung.

Sohlenhärte

Als Faustregel gilt: Je weicher die Sohle eines Boulderschuhes, desto sensibler ist der Schuh.
Sensibel? Genau!
Mit Sensibilität ist gemeint, dass man sehr genau spüren kann, wie der Schuh steht.
Bedeutet allerdings gleichzeitig: Weniger Unterstützung des Fußes und mehr Kraftaufwand für den Fuß. Mit härteren Schuhe kann man mit weniger Kraftaufwand auf kleinen Tritten stehen. Allerdings spürt man auch nicht so gut, ob man wirklich gut steht.
Und: Je weicher die Sohle desto höher die Gefahr für Schmerzen in den Füßen bei längeren Routen.

Die Hersteller von Boulderschuhen haben verschiedene Systeme entwickelt. Ganze Sohle, halbe Sohle, Zwischensohlen. Alles mit dem Ziel maximales Gefühl, Grip und Haltbarkeit bei größtmöglicher Unterstützung für den Fuß und langer Haltbarkeit zu vereinen. Und da ist auch die Gummimischung von Interesse.

Gummimischung:

Grip versus Haltbarkeit: Ganz wie beim Autorennen gilt: Je weicher der Sohlengummi, desto mehr Haftung bietet die Gummimischung. Allerdings wird das ganze ebenfalls mit mehr Verschleiß erkauft. Die verschiedenen Hersteller haben verschiedene Systeme entwickelt, die jeweils versprechen bei langer Haltbarkeit sehr gute Haftung zu bieten, allerdings zeigt die Erfahrung, dass sich das Ganze nur in einem sehr engen Rahmen abspielt. Wer eine stark haftende Sohle haben möchte, erkauft sich das Ganze mit geringerer Haltbarkeit.

Kante:

Bis vor einigen Jahren waren die Kanten von Kletter- und Boulderschuhen immer gleich: Eckig abgeschliffen. Das hat sich vor einigen Jahren geändert als der Hersteller La Sportiva mit einem neuen Konzept auf den Markt kam: Der „NoEdge Technologie“. Hier hatten die Schuhe nicht länger eckige Kanten sondern abgerundete. Mit dem Ziel von Beginn an mehr Sensibilität zu haben und auch auf kleinsten Tritten stehen zu können, da sich der Schuh quasi an den Fels „schmiegt“ und der Fuß so noch näher am Fels sein kann.

Mir persönlich sagt das Konzept sehr zu und ich mag die Schuhe sehr. Allerdings ist die Sohle so weich, dass ich bei meinem Gewicht von ca. 85Kg nach einiger Zeit Gelenkschmerzen bekommen habe.

Für leichtere Kletterer sind die Schuhe mit diesem Konzept aber sicherlich eine Überlegung wert. Es gibt sie mittlerweile in einer Ausführung als Slipper, als Velcro und auch als Schnürer, so dass wenig Wünsche offen bleiben.

Und dann kommt direkt ein weitere Faktor moderner Kletterschuhe hinzu:

Der Downturn!

What?
Downturn bezeichnet, wie stark die Sohle gebogen ist.
Schuhe mit starken Downturn eignen sich hervorragend für steiles Gelände und Überhänge, weil sie den ganzen Druck präzise auf die wichtigste Stelle zum stehen bringen: Die Spitze des großen Zehes. Damit ist es auch im Überhang oder Dach möglich auf kleinsten Tritten zu stehen und sogar an Tritten mit den Zehen etwas zu „ziehen“.

Der Nachteil: Solche Schuhe sind gerade für Beginner höllisch unbequem. Mit der Zeit gewöhnen sich die Füße an die Belastung und es wird besser. Allerdings sollten Anfänger bei der Wahl der ersten Schuhe eher auf etwas bequemere Schuhe schielen. Sprich: Wenig bis gar kein „dowturn“.
Denn in geradem oder geneigtem Gelände bringen solche Schuhe eher Nach- denn Vorteile mit sich.

Tips für die Nutzung Deiner Boulderschuhe

#1 – Schuhe nach dem Boulder / der Tour ausziehen. Weniger schmerzende Füße und längere Haltbarkeit.
#2 – Am Anfang ein bis zwei Bouldersessions ohne Socken so lange wie möglich am Stück tragen!
#3- Dünne Socken in den Schuhe -> Weniger geruchsanfällig. Die Sensibilität der Schuhe bleibt erhalten. Das Ganze ist nur gewöhnungssache.

Erfahrungsberichte zu Boulderschuhen

Wer sich für HighEnd Modelle zum Bouldern interessiert wird bestimmt mit einem dieser beiden seine Freude haben. Mehr Berichte sind in Arbeit.
La Sportiva Solution
La Sportiva Futura

La Sportiva Speedster

Empfehlungen für Boulderanfänger

Wer gerade erst mit dem Boulder beginnt, dem sind die Topmodelle wahrscheinlich auf der einen Seite für ein noch nicht ganz sicheres Hobby zu teuer und auf der anderen schlicht zu unbequem. Daher meine absolute Empfehlung: Es darf gerne bequem sein, mit wenig downturn, eine gerade Schuhform und unter Umständen eine etwas dickere Sohle, damit sie etwas länger hält.
In Frage kommen da unter anderem: Der Black Diamond Momentum, der Boreal Joker oder der Rock Empire Canrei. Mehr dazu erführst Du auf unserer Seite zu Boulderschuhen für Anfänger!

Mehr Infos dazu, was Du noch alles brauchst, gibt es hier: Boulderausrüstung.

Wer Boulderschuhe kaufen möchte, wird garantiert bei den
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fündig. Das schöne bei den Bergfreunden ist, dass ihr bestellen und zuhause anprobieren könnt. Was nicht passt, schickt ihr einfach wieder zurück. Ihr habt 30 Tage Rückgaberecht.

Schuhe für die Mädels

Was bis vor wenigen Jahren die absolute Ausnahme war, ist heute fast schon die Regel: Mittlerweile gibt es Boulderschuhe für beide Geschlechter! Und das ist auch gut so!

Denn so entsteht eine neue Vielfalt: An Farben, aber vor allem an Größe und Passformen, dem größten Problem bei der Suche nach dem perfekten Schuh. Fündig wird man auch hier bei den Bergfreunden.

Fazit

So, das war erstmal eine ganze Menge Input zum Thema Boulderschuhe. Ich hoffe, Du hast einiges an Erkenntnis dazu gewonnen und bist nun bereit, Dich ins nächste Abenteuer zu stürzen: Ausprobieren und anprobieren. Und dann immer so weiter. Das blöde als KLetterer ist nämlich: Man denkt immer, dass es irgendwo einen Schuh gibt, mit dem man noch besser klettern kann…
Du denkst daran, neue Schuhe zu kaufen? Mittlerweile gibt es auch sehr tolle Angebote online, bei denen Du die Schuhe auch problemlos zurückschicken kannst, wenn Sie nicht passen. Schau doch einfach mal auf unserer Startseite vorbei.

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